Und dann?

Phillipp Neri (1515 – 1595), ein pfiffiger Mönch, hatte eines Tages ein seltsames Gespräch mit einem Studenten.

„Wie geht es ihnen?“ Der junge Mann antwortete: „Ich bin etwas aufgeregt, denn ich habe in wenigen Tagen meine Examesnprüfung. Ich hoffe, dass ich ein gutes Ergebnis bekomme.

„Und was machen sie dann?“ „ich will Rechtsanwalt werden. Ich glaube das liegt mir.“

„Und dann?“ „Ich werde mir als Rechtsanwalt einen Namen machen. Dann will ich eine Familie gründen, ein Haus bauen und reich sein.“

„Und dann?“ „Ja dann hoffe ich dass ich am Gericht in Rom einen Posten als Richter bekomme und später möchte ich bei den oberen Richtern arbeiten und meinen Ruhm genießen“

„Und dann?“ „Schließlich werde ich mich eines Tages mit einer hohen Pension zur Ruhe setzten“

„Und dann?“ „Dann werde ich eines Tages wohl sterben müssen.“

Neri beugte sich vor und flüsterte ihm ins Ohr: „Und dann?“

Wir wissen nicht genau was kommt und auch nicht wann, doch es kann jeden Menschen sehr plötzlich treffen, darum kommt alles darauf an, dass wir uns möglichst ohne längere Umschweife an ihn hängen, denn er drängt sich niemandem auf.

Und dann?

Ein junger Mann kommt zu seinem alten Onkel und sagt: „Onkel, gratuliere mir mal!
Ich habe mein Abitur bestanden!“ „Wie schön!“ erklärt der Onkel, „hier hast du 50 Euro zur Belohnung, kauf dir was Schönes dafür. Und nun sag mir: Was hast du jetzt vor?“
„Jetzt“, antwortet der Junge, „jetzt werde ich studieren. Ich will Jurist werden.“
„Schön“, sagt der Onkel, „und dann?“ „Na, dann werde ich Assessor am Landgericht.“
„Schön“, sagt der Onkel, „und dann?“
„Na, Onkel, dann werde ich eine nette Frau finden, werde heiraten und eine Familie gründen.“ „Schön“, sagt der Onkel, „und dann?“
„Ja, und dann werde ich hoffentlich mal ein großer Mann, Landgerichtspräsident oder Erster Staatsanwalt.“ „Schön“, sagt der Onkel, „und dann?“
„Ja, Onkel!“ – der Junge wird langsam nervös – „dann werde ich auch mal alt und pensioniert werden.“ „Schön“, sagt der Onkel „und dann?“
„Na, dann ziehe ich in eine schöne Gegend, baue mir ein Häuschen und pflanze Erdbeeren.“
„Schön“, sagt der Onkel, „und dann?“

Da wird der Junge ärgerlich. „Dann stirbt man auch einmal.“ „So“, sagt der Onkel, „und dann?“ Da lacht der Junge nicht mehr. Er erschrickt bis in den Tod:
„Dann sterbe ich – und dann?“ „Und dann?“ fragt der Onkel.
„Onkel“, antwortet er, „darüber habe ich noch nie nachgedacht.“

„Wie“, sagt der Onkel, „du hast das Abitur gemacht und bist so dumm, dass du nur von hier nach da denkst? Soll ein Mensch, dem Gott einen Verstand gegeben hat, nicht ein bisschen weiter denken? Was dann?“ „Da erwiderte der Junge schnell:
„Onkel, was nach dem Tode kommt, das weiß doch niemand!“

„Das stimmt nicht mein Junge“, sagt der Onkel, „es gibt einen, der weiß Bescheid über das, was nach dem Tode kommt. Das ist Jesus. Und der hat gesagt: ‚Der Weg ist
breit, der in die Verdammnis führt; und der Weg ist schmal, der zum ewigen Leben führt‘. Nach dem Tode kommt Gottes Gericht. Und man kann verloren gehen, oder man
kann selig werden.

Es genügt nicht, dass man Lebenspläne macht bis ans Grab. Man muss fragen:
Was kommt dann? Die Bibel gibt darauf die Antwort.“

Wilhelm Busch

Quelle

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