Mein Weg zu Jesus. Von Philosophie über den Koran zur Bibel.

„Ich bin in der Türkei, in Izmir geboren. Meine Familie war traditionsbewusst, aber nicht besonders religiös. Nur meine Oma betete mit mir vor dem Einschlafen, aber die Gebete waren auf arabisch und ich verstand kein Wort. Meine Mutter hatte einen Koran, den ich niemals berühren durfte. Als ich älter wurde, fand ich es seltsam, dass sich Gott einerseits in einem Buch offenbart, und andererseits Menschen so auf Distanz hält und Rituale fordert.

Ich fand Philosophie viel interessanter. So las ich Kant, Hegel, Spinoza und Descartes. Ich verstand mich als Agnostiker und versuchte, nach einer philosophischen Weltanschauung zu leben. Doch ich scheiterte. Je mehr ich mich bemühte, gewisse Prinzipien zu leben, desto sinnloser erschien mir das Leben. Schliesslich wandte ich mich doch dem Islam zu.
Die Frage nach der Gewissheit

Irgendwie fühlte es sich gut an, Religion zu leben. Ich verpasste kein Gebet, fastete und versuchte, mich an alle Regeln zu halten. Nur ein Fragezeichen blieb: Wie konnte ich meine Schuld loswerden? Obwohl ich mich sehr bemühte, quälte mich manchmal ein schlechtes Gewissen und die Frage, ob das alles für den Himmel reichen würde? Es gab einfach keine Gewissheit, ob ich genügend gute Taten vorweisen konnte.

Immer wieder stiess ich im Koran auf Namen wie David, Abraham, Jesus und Mose. Sie werden als besondere und gerechte Propheten wertgeschätzt, aber es wird nicht viel über sie berichtet. Manchmal dachte ich, ich sollte auch mal die Bibel lesen, aber es gab nirgendwo eine zu kaufen.
Ein seltsamer Traum

Eines Nachts hatte ich einen sehr realen, aber merkwürdigen Traum. Ich konnte mich noch Wochen später an jedes Detail erinnern, so als hätte ich das wirklich erlebt. Im Traum sah ich ein Grab. Darin war ein Mann, der in weisse Leinen gewickelt war. Plötzlich stand er auf und ging weg. Dann kamen drei Frauen, die das leere Grab sahen und riefen: «Der Herr ist nicht mehr da!»

Drei Monate später fand ich eine Zeitungsannonce, in der jemand Bibeln verschenkte. Ich bestellte mir ein Exemplar und fing an, das Matthäus-Evangelium zu lesen. Es überraschte mich, dass es wie ein Roman geschrieben war. Als ich zum Kapitel 27 kam, las ich zum ersten Mal, dass Jesus gekreuzigt worden war. Und dann gefror mir das Blut in den Adern. Denn dort stand schwarz auf weiss mein Traum. Ich erschrak so sehr, dass ich die Bibel fallen liess und auf die Knie sank: «Bitte, Allah, führe mich nicht in Versuchung. Ich will ein treuer Moslem sein, kein Christ.» Die Bibel fasste ich erst einmal nicht mehr an.
Neue Fragezeichen

Ich hatte die Möglichkeit, meinen MBA in den USA zu machen. Um für die Christen dort gewappnet zu sein, fing ich doch wieder an, Bibel zu lesen. Es erstaunte mich, dass von Anfang an alles auf Christus hindeutet, der als Erlöser sein Leben für die Menschen gibt. Gott wird als liebevoller Vater beschrieben. Dieses Buch hatte eine völlig andere Botschaft als der Koran, und das verwirrte mich. Ich traf mich mit einem Imam, um mit ihm darüber zu reden, aber er sagte nur, die Christen hätten diese Geschichten erfunden und verdreht. Ehrlich gesagt war ich enttäuscht von seiner Antwort, ich hatte etwas Fundierteres erhofft.

Ich beschäftigte mich nun auch mit historischen Quellen, aber statt die Bibel zu widerlegen, bestätigten diese sie eher. Irgendwann fragte ich mich, ob die Christen wirklich alles verdreht hatten, oder ob nicht eher der Koran in der Bringschuld stand. Wie konnte er behaupten, die Offenbarung Gottes zu sein, und gleichzeitig alles Grundlegende, was vor ihm gewesen war, verleugnen? Warum sollte Gott Jahrhunderte lang Irrtum zugelassen haben? Die Gewissheit, die sich in mir formte, kam mir blasphemisch vor, aber was ich in der Bibel las, hatte eine solche Kraft, dass ich spürte: Das ist die Wahrheit!
Die Entscheidung

Schliesslich hielt ich den Koran und die Bibel vor Gott und bat ihn, mir zu zeigen, welches sein Wort ist. Ich hatte solche Angst davor, mich auf das Falsche einzulassen. Ich betrachtete den Islam und sah meine Schuld, die mich zunichte machte und von Gott trennte. Dann schaute ich auf das Kreuz und sah, wie Christus meine Schuld auf sich nahm. Ich erinnerte mich an die Worte «Es ist vollbracht.» Diese tiefe Gewissheit und die Liebe von Jesus brachten mich zum Weinen. Ich wusste mit einem Mal, dass ich ohne das Opfer von Jesus Christus keine Chance habe. In Tränen aufgelöst fragte ich Gott: «Warum hast du das für mich getan? Warum bist du für so jemanden wie mich gestorben? Wie könnte ich dich da nicht lieben? Wie könnte ich nicht mein ganzes Leben für dich geben?»

Das war der Tag an dem ich Christ wurde.“ (livenet.de)

Quelle

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